Wintermantel Sew Along – Teil 2: Stoff und Schnitt

Ei, ei, ei – so spät war ich wohl noch nie! Gehetzt reihe ich mich noch kurzfristig ein zum Wintermantel Sew Along.

Schuld war nämlich nur das Futter – aber von vorne:

Nachdem das Feedback so eindeutig ausfiel, war die Schnittentscheidung ein leichtes. Alle wollten Wanda, dann will ich Wanda auch!

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Schnitt Wanda, via wearlemonade.com

Die Wahl des Oberstoffs war auch noch machbar. Erst schwebte mir ein glatter Loden in dunkelblau und bio vor. Der sich natürlich nicht fand. Mit einer Googlesuche kam ich dann über Umwege auf Walkstoffe Hartmann in Rosenheim. Die vertreiben Walkstoffe aus reiner Wolle (Schur- oder Merinowolle) aus Österreich und vor allem Italien – näher kam ich nicht an glatt, Wolle, bio und dunkelblau. Nachdem ich aus einer gigantischen Auswahl an Stoffmustern wählen konnte (die man sich für einen geringen Beitrag zusenden lassen kann), wurde es dann Walk, Wolle, semi-regional und dunkelblau – immerhin.

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Und dann kam das Futter. Mir war klar: Es muss irgendwas winddichtes sein. Und nicht zu schwer. Und dennoch hübsch. Und wenn möglich irgendwie halbwegs nachhaltig

Erst hatte ich überlegt nochmals mit Flanell zu füttern (so wie hier, das war echt ein voller Erfolg). Aber das Gewicht zusammen mit dem Gewicht des Walkstoffes wäre vermutlich überwältigend gewesen.

Dann dachte ich an Steppstoff. Aber alles was sich im örtlichen Stoffladen fand, sah gruselig minderwertig aus und war böses Polyester in Reinstform.

An diesem Punkt war ich jedoch längst bereit auch Kunstfaser in meine engere Auswahl zu nehmen, wenn die Funktionalität und Qualität mich überzeugten. Und das schaffte dann schließlich dieses Funktionsfutter.

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Futterlaminat SYMPATEX, via extremtextil.de

Winddicht, leicht, neutral und bluesign-zertifiziert (keine Schadstoffe im Endprodukt, keine Schadstoff-Belastung der Arbeiter während des Herstellungsprozesses, keine Umweltbelastung durch schadstoffbelastete Abwässer etc.) – so ein Futter ist sicherlich besser als kein Futter!

Bleibt nur noch zu hoffen, dass ich mit der Verarbeitung eines beschichteten Stoffes klar komme. Dunkel erinnere ich mich an die GoreTex-Überzüge, die ich während meiner Ausbildung in Massen (!) nähen musste – diese Erinnerung ist nicht eben geprägt von großer Freude am Arbeitsmaterial …

So mache ich mich also schon wieder auf die Suche: Nach Tipps zur Verarbeitung von Futterlaminat, der Herkunft meiner Stoffe und nach mehr Zeit zum Nähen.

Habt eine wunderbare Zeit bis zum nächsten Treffen!

PS: Ein bisschen erleichtert habe ich mir die Schnitt-Entscheidung – Es No. 1 bekommt jetzt einfach den Wind-und-Wetter-Parka für Kinder. Hoffentlich kann ich den beim nächsten Treffen schon zeigen …

 

Not-Else rettet den Freutag!

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Nach Super-Power-Culottes hier noch die passende Super-Power-Else für den Herbst. Diese junge Bluse rettet mir nämlich den Freutag, nachdem ihre Blusenfreundinnen leider alle unpässlich sind für diesen Termin.

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Ich befürchte noch bei keinem anderen Schnitt lief so viel schief wie bei diesem – eigentlich unfassbar, denn es handelt sich um ein schlichtes Shirt ohne Schnickschnack. Und die Else ist flächendeckend erprobt und genäht. Aber dennoch: Der Druck lief schief (mein Plot passte nicht auf A0?!), dann habe ich zwei (in Zahlen 2!) Shirts verschnitten (es war auch einfach eine doofe Idee unter aktiver Mithilfe von Es No. 1 und 2 zuschneiden zu wollen) und dann musste ich feststellen, dass mein Plan eine Schluppen-Streifen-Else zu fertigen an einem Stoffengpass scheitern würde. Und eigentlich hatte ich schon aufgegeben daran zu glauben, am Elsenherbst teilnehmen zu können.

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Dann jedoch erschien Not-Else (tatatatatadaaah, tusch, applaus) bzw. beförderten meine Stoffstapelorganisationsambitionen einen ganz und gar erfreulichen Double Gauze von Kokka zu Tage. Der wurde dann in neuer Bestzeit zerschnitten und vernäht (ich hatte ja jetzt Übung, zur Erinnerung, wir reden von Else No. 3!). Und siehe da, sie passt! Ok, komplett unerwartet und überraschend ist meine Bewegungsfreiheit ein wenig eingeschränkt, damit hätte auch keiner gerechnet, wenn ein Jersey-Schnitt ohne großartige Änderungen als Gewebe-Schnitt missbraucht wird, aber sie passt. Für Bilder hatte ich dann noch etwa fünf Minuten bei verbleibender Rest-Sonnenstrahlung im Wohnzimmer, deshalb wurde Else nur aufgebügelt und nicht angezogen. Aber immerhin gibt es Bilder. Mission trotz vieler Hindernisse accomplished, würde ich sagen!

Nicht so ganz accomplished sind meine Ambitionen hinsichtlich der Stoffstapelorganisation. Zwar habe ich mit dieser Else erfolgreich (wenn auch ungeplant) einige Meter Stoff verarbeitet, aber meine neue Kategorie Stoffstapelorganisation musste ob dieser chaotischen Zustände erstmal unausgefüllt bleiben. Die Sammlung dazu wächst, aber die Versuchsreihe zum Thema App (Clothio) und Web (Textillia?) konnte ich noch nicht beginnen, deshalb gibt es vorerst nur eine Auflistung aller bisher gefundenen Ideen und der Erfahrungsbericht folgt dann.

In diesem Sinne, erfreut euch des Tages – egal wie viel schief geht. Ich bin dann mal freutags mitten im Elsenherbst.

Wo ist dieser Stoff produziert?
Unbekannt, aber produziert wurde er für Kokka. Da es sich um eine Not-Else handelt, habe ich mich nicht rechtzeitig nach den Produktionsorten erkundigen können. Das wird nachgeholgt, denn für diesen Herbst/Winter sollen noch einige Stoffe von Kokka vernäht werden.

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Double Gauze aus 61 % Baumwolle und 39 % Lyocell

Was gibt es zum Design zu sagen?
Ein zauberhaftes Dreiecksdesign mit unbekanntem Designer (eventuell handelt es sich um eine Kokka-Eigenproduktion mit ohne Nani Iro, Ellen Baker, o.ä.).

Schnitt: Else von schneidermeistern

Zustand post nähen: Puh, doch noch fertig. Unglaublich.

K wie Kit by Klo und S wie Stoffstapelorganisation

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YIPPIE, meine Post-Sommerpause-Premiere beim Me made Mittwoch, da wollte ich mich längst, längst zurückmelden!

Und vor lauter Sew Alongs war ich fast zu spät für die 12 Letters of Handmade Fashion – dabei passen diesmal sowohl Designer (Kit by Klo), also auch Farbe (kohlrabenschwarz) und Kleidungsstück (Külott-Culotte) zum September-Buchstaben K.

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Also, hallo MMM und 12LoHF, hier gibt es diesmal eine meiner drei Winter-Culottes zu sehen. Und wie ich gestern schon gesagt habe: Man braucht MINDESTENS drei, nicht maximal. Culottes sind meine Antwort auf Leggings – genauso bequem und definitiv ebenso unvorteilhaft zur Präsentation der eigenen Beine (außer natürlich man ist 1,80m, schlank und perfekt proportioniert). Aber Mode ist ja für alle da, auch für Menschen um die 1,65m (morgens gemessen, mit dicken Socken an und vielleicht ein bisschen strecken).

Und außerdem hat sie Super-Powerkräfte! Aber von Anfang: Der Schnitt ist eigentlich gar kein Culotteschnitt, sondern ein Shortschnitt namens Tuscon. Anfang September stellte die Designerin Cloé ihren Culottehack von Tuscon vor und ich war instant ganz schlimm Fan davon. Und wollte naturgemäß ebenso instant den Schnitt bestellen. Ging aber nicht nach Deutschland, deshalb musste ich Kontakt aufnehmen mit der Designerin. Was irgendwie nur über die Kommentarfunktion klappte – mein unterhaltsamer Versuch auf Französisch den Schnitt doch noch zu bestellen, findet sich unter dem Beitrag von Cloé. (Wer sich fragt, wie man mit eigentlich eher mässigen Französischkenntnissen einen französischen Schnitt umsetzen kann: Das Booklet hat auch eine sehr verständliche Bildererklärung… )

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Tuscon-Culotte hat mir also für drei Kommentare die Macht verliehen, verständlich auf Französisch zu kommunizieren. UND: Sie hat hat einen lange gelagerten Stoff von meinem Stapel einfach weggezaubert. Und dabei war das ein komplett synthetisches Elasthanmonster, das ich mit großer Sicherheit in einem Moment geistiger Umnachtung erworben haben muss vor vielen, vielen Jahren.

Und zu guter Letzt hat sie mich auf eine Idee gebracht.

Mal ganz verwegen vermutet: Ihr habt vermutlich alle mehr Stoffe als Projekte daheim, oder? Und eventuell nicht exakt den Überblick, was da alles so in Kisten und Regalen schlummert? Also, bei mir ist es definitiv so. Nicht, dass mein Keller überquillt vor Textil (da steht der alte Kinderwagen und zwei Zelte, ist also eh kein Platz mehr), aber ein paar Kallax-Kisten füllt mein Hobby schon.

In Anbetracht derer denke ich mir regelmäßig (bzw. drängt sich mir mein Gewissen ungefragt auf): Wäre es nicht nachhaltiger all diese Stoffe mal zu verbrauchen, statt neue zu shoppen? Wäre es nicht hilfreich immer einen Überblick zu haben, was da so rumliegt? Deshalb, (Trommelwirbel), soll es eine neue Kategorie geben beim Nachhaltig Nähen, nämlich Stoffstapelorganisation.

Aktuell kenne ich nur Clothio (eine App, an der ich mich mal versucht habe), sowie diesen zuckersüßen Versuch von der Crew von Colette Patterns. Und ich meine mich zu erinnern, dass verschiedene Blogger mal einen Stoffzähler in ihre Seitenleiste integriert hatten – weiß da jemand mehr? So oder so, bis zum Ende der Woche mach ich mich mal fleißig auf die Suche nach weiteren Ideen – und freue mich natürlich ganz famos über jeden Vorschlag von eurer Seite!

In diesem Sinne, habt eine organisierte Restwoche, Sophie.

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Wo ist dieser Stoff produziert?
Unbekannt

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Sweatstoff aus gefühlt 100% Elasthan

Was gibt es zum Design zu sagen?
Wenig bis gar nichts 😉

Schnitt: Tuscon von Kit by Klo

Zustand post nähen: Mensch, das war aufgrund des sehr dankbaren Stoffes super entspannt – aber, ob die Falten direkt über meinem kreativen Kaiserschnittbauch eine so gute Idee war?

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Wintermantel Sew Along – Teil 1: Inspiration

Seit mehr als 24h bin ich ohne Sew Along. Das kann so einfach nicht weiter gehen. Ich such mir ein neues!

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Wintermantel Sew Along 2016, via memademittwoch.blogspot.de

Ein Glück, dass Karin und Nina das Wintermantel Sew Along eröffnet haben. Denn im Gegensatz zum Herbstjacken Sew Along, ist dieses Projekt für mich getrieben von blanker Not. Ich besitzte tatsächlich keinen funktionsfähigen, lochfreien, in der Zivilisation schamfrei tragbaren Mantel mehr. Scham oder Nähen also diesmal …

Blöderweise fehlt es aber komplett an konkreter Idee – die Masse an Schnitten hat mich ziemlich überrollt. Deshalb habe ich zunächst ein Anforderungsprofil erstellt:

Ich suche:

*einen aufstellbaren Kragen
*Taschen, in die man seitlich greifen kann
*die Möglichkeit den Mantel winddicht verschließen zu können
*und die Möglichkeit ihn offen schniek tragen zu können
*eine Ärmellösung auf die sich problemlos mein Rucksack ziehen lässt
*einen Schnitt, der sich mit meinen drei Winter-Culottes und allen meinen Boots kombinieren lässt (ja, genau, drei, das ist mein voller Ernst, das ist quasi die Mindestanzahl für Winter-Culottes in meinem Kleiderschrank)

Ausgerüstet mit diesem Profil fand ich bis jetzt:

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Schnitt Wanda, via wearlemonade.com

Wanda von Wear Lemonade erfüllt alle Punkte (ok, die Taschen müsste ich selber bauen). Aber Wanda ist auch n ziemlicher Hipster. Und ich bin eher weniger Hipster. Ob sie sich mit der richtigen Stoffwahl wohl enthipstern lässt?

Möglichkeit 2 ist weniger hip, aber dafür umso praktischer – der Wind-und-Wetterparka von Lotto & Ludwig. Gefertigt aus einem wertigen Wollstoff mit leichtem Glanz, so stell ich mir das vor, ist er sicherlich auch hübsch und weniger praktisch anzusehen.

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Schnitt Wind-und-Wetter-Parka, via dawanda.com

Und dann noch ein Modell, dass mir mehrmals bei den anderen Mädels vom Sew Along begegnete (bspw. bei Janine): Ein schlicht-schöner Mantel aus der Burda Easy HW 2014. Definitiv eine Überlegung wert.

Ohje, ich seh schon, bis zum 9.10. werde ich noch einige Münzen werfen, Argumente wenden und Rumgrübeln und die anderen Teilnehmer beim WMSAL16 bestalken. Ich freu mich drauf!

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Schnitt aus burda easy HW 14, via einfachjanine.blogspot.de

#jackensewalong, Teil 4 = FINALE!

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Finale (bei Elke) – ohoh! Finale – ohohoho!

Tihihihihihihi –

hört ihr mich hysterisch lachen, ob des Finale-Sektes und allgemeiner Euphorie?

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Möglicherweise handelt es sich zwar nur um schnöde Dehydrierung (die Bilder entstanden bei gefühlt 40 Grad Außentemperatur). Aber wurscht, ich freu mich.

Denn ich bin pünktlich fertig geworden UND ich hatte in der letzten Woche den wohl spaßigsten ebay-Nachrichtenverlauf zum Thema Schulterpolster und hab in diesem Zusammenhang zudem die Maßschneiderin aus der Nachbarstraße kennengelernt. Meine Jacke ist quasi Anhalt und Inhalt für gepflegte Konversation auf allen Kanälen.

Und alles nur, weil ich unbedingt diese pikierten (?) Schulterpolster wollte, die man so hübsch auseinander rupfen kann. Kennt die überhaupt jemand außer ich? Im örtlichen Nähladen wusste nämlich wirklich keiner, was ich wollte (wobei die Definition „Schulterpolster zum Außeinanderrupfen“ nicht eben der Polsterfindung zuträglich war). Da gab es nur vorgefertigte Modelle verschiedener Hersteller. Aber nicht diese mehrlagigen Vliesteile, die ich meinte. Die haben nämlich den genialen Vorteil, dass sie komplett in Teile zerlegt und in Form geschnitten (also perfekt angepasst) werden können. Und sie waren die einzigen Polster die ich bis dato für das handwerkliche Nähen kannte. Offensichtlich gibt es sie aber gar nicht im freien Handel. Deshalb hab ich vorsichtshalber mal zehn Paare bestellt. Man weiß ja nie – die nächste Jacke kommt bestimmt!

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Der Rest vom Fest waren dann hauptsächlich weitere Maßnahmen zur Faltenminimierung im Schulterbereich (Polster, hoffnungsfrohes (flüchebegleitetes) Absteppen und Bügeln und Bügeln und Bügeln). Die Falten sind nicht weg, aber weniger prominent und überhaupt hab ich in der LMV geguckt, bei deren Rocha-Modell ist der Schulterbereich auch nicht hundertprozentig glatt.

Anders gesagt: Meine ur-fränkische Bassd-scho-Einstellung zum Leben hat mich vor Tränen und weiterem Bügeln gerettet (ich danke an dieser Stelle meinem Papa für jahrelange Schulung dieser heilsamen Fähigkeit – sollte euch Yoga nicht mehr helfen bei krankhaftem Perfektionismus, mein Papa hilft bestimmt!).

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Wie man sieht, hat die Einstellung auch geholfen, die Leistentaschen nicht NOCHMAL zu verbessern…

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… und lässt mich auch glücklich sein trotz kreativer Stepplinie im Halsbereich …

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… von der Geschenkbandaufhängung mal ganz zu schweigen.

Und sonst?

Hab ich gelernt, dass vernünftige Planung viel wert ist (Stoff sollte zum Modell und ALLEN erforderlichen Techniken passen; es lohnt sich, alle Zutaten im Vorhinein zu besorgen), dass sich Paspeln prima einnähen lassen mit dem Fuß zum nahtverdeckten Reißverschluss und dass ein Sew-Along viel tollerer ist, wenn man genügend Zeit mitbringt, den Prozess aller Teilnehmenden zu Verfolgen. Mir hat diese Zeit in den vergangenen Wochen ein wenig gefehlt und das hat mich sehr geärgert – hoffentlich kann ich das im Finale nochmal ein wenig nachholen.

Damit mach ich mich auf zum Finale des Jacken-Sew-Alongs bei Elke (und zu den Lillelieblinks und Ich näh bio, weil’s so schön passt!).

Wo ist dieser Stoff (Oberstoff) produziert?
Komplett in der Türkei von/für lillestoff.

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Steppsweat aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle.

Was gibt es zum Design zu sagen?
Die Farbe – oh diese famose Farbe!

 

Wo ist dieser Stoff (Futter) produziert?
Von Spinnen bis Färben in Indien von/für Cloud 9.

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Flanell aus 100% Bio-Baumwolle (ebenso GOTS und Co.).

Was gibt es zum Design zu sagen?
Der Stoff ist Teil der Reihe First Light von Eloise Renouf (für Cloud 9) – von der ich am liebsten ALLE Designs gekauft hätte (Fische, Bäume, Wolken, zum Verlieben!).

Schnitt: Jacke Rocha aus La Maison Victor Sept/Okt 2016.

Zustand post nähen: Yeeha – mein erstes Sew Along erfolgreich absolviert trotz Hürden. Was freu ich mich auf die Ergebnisse der anderen!!!

#jackensewalong, Teil 3

Ich raste aus – ehrlich! Denn: It’s so fluffy, I’m gonna die!

It’s so FLUFFY!

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#jackensewalong, via ellepuls.com

In anderen Worten: Herzlich Willkommen zum dritten Teil des Jacken Sew-Alongs von Elke.

Heute, bzw. eigentlich gestern (merkt ihr, wie ich mich langsam, aber sicher dem eigentlichen Veröffentlichungstermin (= Sonntag) annähere?) soll es um diese Fragen gehen:

Wie sieht der Zwischenstand aus bei deiner Jacke?

Hast du Tipps und Tricks gelernt?

Brauchst du noch Hilfe bei deinem Projekt?

Mein Zwischenstand lässt sich mit dem Filmzitat oben eigentlich schon komplett zusammenfassen. Die Kombination aus Steppsweat und Flanell, an der ich hier noch zweifelte, ist echt zum Sterben kuschelig. Davon abgesehen steht die Jacke kurz vor der Vollendung – der gruseligste Teil war tatsächlich das Einnähen der Leistentaschen. Der Rest von Rocha ist sehr machbar. (Also, aus meiner Perspektive mit einem eher überschaubaren Anspruch an Präzision.)

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Einzig Ärmel und Schultern bereiten mir noch Kopfzerbrechen. Die Ärmel sind doch zu lang und ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich das gut, oder schlecht finde. Gut zum Kinderwagen schieben und Fahrrad fahren, schlecht für jegliche Tätigkeit, die mehr erfordert, als die Mobilität meiner Fingerspitzen. Warme Finger, oder bewegliche Finger, das ist also jetzt die Frage!

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Und dann die Schulter: Da hatte ich schon eine Vorahnung. Bei der ersten Anprobe noch mitohne Ärmel. Es bubberte, wellte und wand sich vom Kragen schräg in Richtung Schulternaht.Und es änderte sich einfach nicht nach Einsetzen der Ärmel.

Leider ist das auf dem Bild nicht wirklich gut zu erkennen, aber es sieht sonderbar aus. Meine zweite Vermutung war ein verrückt gewordener Stehfaden im Halsbereich. Aber auch das Entfernen des Fadens veränderte wenig bis gar nichts.

Jetzt setze ich all meine Hoffnung auf ein leichtes Schulterpolster, das den Schulterbereich vielleicht ein wenig formen kann. Wer hier für noch weitere Vorschläge hat – bitte immer her damit!

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Und was hab ich gelernt? Ähm, zunächst, dass es durchaus empfehlenswert sein könnte, sich vorab mal Gedanken über Techniken, die das Modell erfordert und Stoffe, die die Techniken erfordern, zu machen. Meine Stoffwahl war mal wieder geprägt von: Oh wie hübsch! und mein Oh wie hübsch! ist leider zu dehnbar für eine ansehnliche Leistentasche.

Das mal außen vor gelassen, konnte Rocha meine Bänderphobie in Teilen heilen. Dank Katharina weiß ich nun nämlich, wie sich so ein Paspelband ordentlich einnähen lässt: Mit dem Füßchen für den nahtverdeckten Reißverschluss! Damit hat es fast Spaß gemacht den Übergang von Futter zu Beleg zu pimpen.

Ok.

Nur dann, wenn man Spaß als die Abwesenheit von globaler Frustration definiert.

Also, es war annehmbar – für so eine Unterart von Band und zwar noch dazu einer entfernt verwandten Art des Schrägbands.

Dann reihe ich mich mal Band-bespaßt bei Teil 3 des Jacken Sew-Alongs ein und wünsche euch eine bombastische Restwoche.

Liebsten Gruß,

Sophie.

#jackensewalong, Teil 2

Fragen über Fragen, die sich einem stellen mitten in so einem Sew Along. Bspw.: Wo sind eigentlich diese verdammten Markierungen, von denen die Anleitung in La Maison Victor ständig spricht?

Oder aber: Muss der Schnitt verändert werden? Gibt es Hürden? Wie sehen die ersten Nähte aus? – Genau das wären die Fragen, die Elke für Teil 2 des Jacken Sew Alongs stellt.

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Zur Beantwortung der ersten Frage habe ich mich durchgerungen eine Probestück zusammenzuschustern. Und zwar aus einem absolut nicht-fransenden 70er-Jahre-Vorhang. Seit dieser Woche finden sich deshalb überall rost-orange Fransen. Und wenn ich überall sage, dann meine ich das so: Am Boden, auf der Couch, im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses, in dem ich schneidere, sowie in den Windeln von Es No. 1.

Ich konnte bis jetzt nicht beantworten, wie die Fransen ihren Weg in die Pampers fanden  (arbeite jedoch emsig an der Ursachenklärung). Aber ich weiß jetzt: Der Schnitt passt mir, wider Erwarten.

Eigentlich hatte ich nämlich mit einer Menge Mehrweit im Brustbereich gerechnet, aufgrund der Taillierung durch eine Wiener Naht. Nur ist die Jacke gar nicht nennenswert tailliert. Gibt es Wiener Nähte, die nur so tun als ob?

Sämtliche Längen passen auch, einzig den Schulterpunkt werde ich ein wenig versetzen.

Dafür gibt es umso mehr Hürden.

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Aber genießt an dieser Stelle bitte erstmal diese wunderbare Aussicht auf ein ungebügeltes, traurig am Bügel hängendes, obskur faltenwerfendes Wunderwerk aus wattiertem Sweat.

Genug genossen?

Dann sind euch sicherlich die ganz und gar erquicklichen Leistentaschen aufgefallen. Aka Hürde 2:

Ich hatte schon im Vorfeld Bauchweh. Ich kann nämlich jegliche Tasche (Leiste, Paspel, Klappe) nur in Wollwebware. Mir war klar, dass die Stoffwahl in diesem Fall eher ungeschickt war und so ziemlich das Gegenteil von einem Wollgabardine voll Gnade und Verständnis für mein Unvermögen. Sei’s drum, ich habs dennoch probiert. Und bin natürlich in Teilen gescheitert. Das fing schon damit an, dass die Markierungen, die sich angeblich auf dem Schnittmuster befinden sollten, als unauffindbar erwiesen. Demzufolge musste ich ein bisschen improvisieren beim Einsetzen der Taschen. Das Ergebnis war eine klaffende Lücke zwischen Leistenkante und Teilungsnaht. Nach unzähligen Malen Auftrennenneusteckenwiedernähen waren beide dann endlich bereit sich ein wenig anzunähern, aber vorzeigbar ist die Sache nach wie vor nicht. (Wobei das Bild die ganze Affäre noch schlimmer präsentiert, als sie in Wirklichkeit ist – ich hab extra nochmal an der Jacke geguckt, wenigstens krumm sind die Leisten nicht …).

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Hürde 1 ergab sich schon im Rahmen des Zuschnitts. Ziel wäre gewesen die Steppung über sämtliche Teilungsnähte fortlaufen zu lassen. Ehrgeizig begann ich dieses Ziel zu verfolgen beim Zuschnitt, um nach wenigen Schnitteilen festzustellen: Der Stoff wird nicht reichen für so viel Ehrgeiz. Ein schneller Ausflug zur lillestoff-Site bestätigte dann: Auch deren Vorräte werden nicht reichen für meine Ziele. Deshalb treffen auf meiner Jacke nun verschiedenste Stepplinien aufeinander, an den lustigsten Stellen. Quasi Multikulti auf der Herbstjacke. Ich denke, dafür fühle ich mich (mit Zähneknirschen) tolerant genug.

Sowie für meinen sehr kreativen Krageneinsatz (Hürde 3).

Hm, ich sehe da noch eine Menge Verbesserungsbedarf. Mal sehen, was sich noch retten lässt bis zu Teil 3 des #jackensewalongs. Bis dahin verlinke ich mich zum Teil 2 und schicke euch allen liebe Grüße.

 

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#jackensewalong, Teil 1

Mein erstes Sew Along und ich bin knapp dran – na das kann ja was werden. Allerdings habe ich eindeutig glaubwürdigste Gründe für die Verspätung: Mein Jackenstoff war frecherweise einfach innerhalb 36h ausverkauft. Das war dann doch etwas unerwartet.

Aber von Anfang:

Alles beginnt mit einem sich verabschiedenden Winter in Ulm. Wer Ulm nicht kennt (so wie ich bis vor 9 Monaten), der sollte wissen, dass der Winter dort kalt ist und VERDAMMT schneereich – wenigstens gemessen an meinen Ansprüchen an Winter (regnerisch mit Graupel, nix unter 0 Grad, weil Glatteis einfach nervt). In anderen Worten: Wenn der Winter sich aus Ulm verabschiedet, dann kann man froh sein (außer man hat andere winterliche Ansprüche). War ich auch. Und musste dann feststellen: Ich besitze rein gar keine Jacke für den Übergang. Dann war ich schon weniger froh.

Um das zu ändern, schenkte ich mir zum Bachelorabschluss eine Übergangsjacke. Obwohl ich das Konzept schon ein bisschen antiquiert finde, Übergangsjacke riecht irgendwie nach 60er-Jahre-Dauerwelle. Praktisch und ein bisschen tantig. Ich weiß wirklich nicht warum. Dennoch, in diesem Frühjahr lernte ich die Vorzüge einer Jacke für den Übergang zu schätzen. Was ich jedoch vernachlässigt hatte, war der praktische Gedanke dabei: Meine gekaufte Jacke war zwar wunderschön, aber leider: kragenlos, verschlusslos und offensichtlich schwarzweißgrau gemustert. Deshalb nahm ich mir vor irgendwann eine be-kragte, einfarbige Reißverschlussjacke zu fertigen, mit geringfügig mehr Wärmerückhaltevermögen als das Kaufmodell. Dieser sehr konkrete Vorsatz wurde dann aber natürlich spontan vergessen.

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#jackensewalong, via ellepuls.com

Zum Glück gibt es hilfreiche Nähblogger-Helden wie Elke, die Herbst Sew Alongs ausrufen für (Übergangs-)Jacken und dergleichen. Da war die Idee gleich wieder präsent. Und das Näh-Karma war gut: Schnitt und Stoff präsentierten sich am gleichen Tag, an dem ich vom Sew Along hörte. Na, das sah ich aber als direkte Aufforderung an.

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Jacke Rocha, via LMV Magazin Sept/Okt 2016

Der Schnitt ergab sich aus einem Langeweilekauf in der Bahnhofsbuchhandlung: Jacke Rocha aus der aktuellen Ausgabe von La Maison Victor . Mit gutem Willen erfüllt er 2,8 von 3 Punkten auf meiner Vorstellungskala der perfekten Übergangsjacke für den Herbst: Aus leicht-wärmenden Stoff zu nähen, komplett verschließbar, sowie zwar kein richtiger, aber ein sehr schöner Kragen. Und Eingriffstaschen! (Sehr wichtig für Taschentücher für das rotzende Doppel-Es).

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Jacke Rocha, via LMV Magazin Sept/Okt 2016

Der Stoff wiederum ergab sich aus diesem Post von Manu. Bio-Stepp in navy. Klassisch kombinierbar und eine Farbe aus meiner wachsenden Capsule, nur geringfügig tantig und dann noch GOTS – oh yeah, you know how to rock my boat. Den Gedanken hatte ich aber scheinbar nicht allein, denn der Steppstoff war tatsächlich nach 36h ausverkauft. Ich habe sogar Lillestoff kontaktiert, aber es war wirklich nix zu machen. Mist.

Dann habe ich eine Weile gegrübelt. Und viele Onlineshops durchstöbert. Um dann letztlich den gleichen Steppsweat, nur in der Farbe Karamell zu bestellen. Und siehe da: Er fügt sich (fast) ebenso gut ein in die Capsule.

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Steppsweat karamell, via lillestoff.com

Einziges Manko: Ich hatte irgendwie etwas mehr Stoff erwartet. 331g pro qm klang mir nach STEPPsweat, es handelt sich aber eher um SteppSWEAT – wenn ihr versteht was ich meine … Deshalb kam mir die selbstmörderische Idee diesen Bio-Flanell als Futter zu verwenden. Könnt ihr mich schon fluchen hören, ob all der Pullis, die ich nur unter hohem Kraftaufwand mitsamt meiner Person in die Jackenärmel zwängen kann? Ich hatte bereits eine Herbstjacke mit Flanellfutter und ahne deshalb Böses. Allerdings war die besagte Jacke damals auch unbeschreiblich bequem.

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Bio-Flanell, via dawanda.de (Das blaue Tuch)

So oder so, damit sehe ich mich gerüstet beim Sew-Along erfolgreich teilzunehmen.

Habt eine wunderbare Restwoche, Sophie.

PS: Und ja, ich bin eindeutig ein Warmblüter, diese Jacke reicht mir mit Schal bis 5 Grad ohne nennenswertes Frieren – wenn medizinisches Fachpersonal mitliest, ich freue mich über Vorschläge, warum mir quasi niemals kalt ist?!

Santa Fe, das Top aus dem Kapselkleiderschrank

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So, heut bin ich mal Punk – ich versuche mich an einem kurzem Post. Denn dies hier ist eigentlich nur als Ergänzungsbeitrag gedacht zu dem Post von letzter Woche. Deshalb auch gleich nochmals der gleiche Schnitt, nicht etwa, weil ich Santa Fe so gut fand und es elend heiß ist in der Heimatstadt …

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Ergänzen möchte ich nämlich folgendes:

1. Es gibt jetzt einen kleinen, komplett subjektiven Überblick zu Ansätzen zum Capsule-Wardrobe-Bauen (yay!). Punk wie ich heute bin, habe ich einfach mal alles an Ideen zusammengefasst, was ich persönlich interessant und verständlich und umsetzbar finde. Sollte etwas fehlen, bitte sofort und unverzüglich in der Kommentarspalte melden!

2. Dazu passend habe ich außerdem noch diese komplett subjetive Meinungsäußerung: Santa Fe ist saugut! Ob in salbeigrün oder asphaltgrau, der Schnitt ist right up my alley und Hey June ist ab jetzt meine unangefochtene Meisterin der intelligenten PDF-Schnitt-und-Anleitung-Erstellung. Es ist nicht nur super erklärt, wie sich die jeweilige Version näht (es gibt Version A-F), sondern ebenso welche Seiten gedruckt werden müssen für die gewählte Version UND per Ebenenauswahl kann man sogar nur die eigene Größe ausdrucken. Doppel-Yay an dieser Stelle!

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Dann geh ich jetzt mal fix wieder meine eigene Capsule planen und bei Ich näh bio und RUMS  mitmachen – und zwar mit einem Dreifach-Yay für den ersten Post mit unter 300 Worten.

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Wo ist dieser Stoff produziert?
Die Faser ist türkischen Ursprungs und in Deutschland versponnen, verstrickt und gefärbt für Manomama.
(Der melierte Jersey liegt schon seit zehn Jahren in meiner Stoffkiste, Ursprung komplett unbekannt)

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Single-Jersey aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle

Was gibt es zum Design zu sagen?
Öh, grau geht immer?!

Schnitt: Santa Fe

Zustand post nähen: Huch, das ging ja fix diesmal – ich befürchte ich hätte gewissenhafter arbeiten sollen …

S wie Santa Fe, N wie Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit kann manchmal sau-langweilig sein. Weniger Auswahl. Allgemeiner Verzicht. Seltener was Neues im Schrank.

Das dachte ich mir nach wenigen Jahren Nachhaltigkeitsexperiment in Sachen Kleidung. Denn, wenn man es wirklich ernst meint (und ich meinte es anfangs todernst), dann reicht es ja nicht aus, einfach nur bei grünen Marken zu shoppen, sondern man muss weniger shoppen. Und immer nach dem perfekten Puzzleteil suchen, zum perfekten, nachhaltigen Garderobenpuzzle. Was mich letztlich mit einem nahezu komplett grauen Kleiderschrank zurückließ. Eine Tristesse, die ich dann versuchte mit Vintagekäufen zu kompensieren. Es entstand ein graumeliertes-secondhand-crazy-Monstrum von Kleiderschrank. Das mich morgens Zeit kostete und zudem viel zu viele Umzugskisten füllte.

Zweiteres wurde mir dann mit Umzug No. 11 sogar schon klar (ja, es war ein langer Reifungsprozess). Erst dann habe ich mir überlegt, was eigentlich nicht so läuft wie geplant.

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Denn ich hatte ja die klassischen Blazer und Breton-Shirts, die einem Frauenmagazine so fleißig empfehlen, als Must haves, Staples, French Wardrobe, whatever.

Aber mir fehlte ganz entscheidend am Mut zu sagen: Klassische Blazer mit Revers finde ich eigentlich doof. Also an mir. An Charlotte Gainsbourg über einem lappigen Shirt gefallen sie mir ganz famos. Nur bin ich leider nicht Charlotte und als ich, mag ich irgendwas anderes.

Zum Beispiel keinen Stress am Morgen, der nur in der Outfitwahl  begründet liegt. Oder überhaupt zu viel Zeit, die ich verliere mit der Frage: Passt das zusammen? Weil, wenn ich schon früher aufstehe, dann ja wohl, um mir Bananenpfannkuchen zu backen und nicht etwa, um mich erfolgreich zu bekleiden.

Und an diesem Punkt bin ich dann auf das Konzept der Capsule Wardrobe gestoßen. Ein (aktuell geradezu populäres) Konzept, bei dem man sich je Jahreszeit eine Garderobe von 30 bis 40 Stücken zusammenstellt, die untereinander unendlich kombinierbar sind. Je nach Philosophie sind mehr oder weniger Teile erlaubt und die Zusammenstellung wird mehr oder weniger religiös verfolgt.

(Oh man, das wird schon wieder ein langer Post, ich sollte langsam zum Punkt kommen): Was hat das nun mit (nachhaltig) Nähen zu tun?  Ungefähr alles. Beim oder vielmehr vor dem Nähen, kann man schlecht ausprobieren, ob einem der Schnitt wirklich steht/zur eigenen Garderobe passt. Und nach dem Nähen gibt es kaum etwas ärgerlicheres als eine Menge Zeit investiert zu haben, um dann den fraglichen Rock, Kleid, etc. niemals zu tragen – sei es, weil das Werk nicht zu einem oder nicht zur restlichen Garderobe passt. Das führt zu Frust und im Zweifel zu einer Menge verschwendeter Ressourcen (Stoff, Zeit, Nerv). Also wenigstens auf meiner Ärgerlichkeits-Hitlist rangiert das knapp hinter Hühneraugen.

Dieses salbeigrüne Santa Fe von Hey June Handmade hingegen rangiert sogar noch deutlich vor Bananenpfannkuchen auf der Ohja-mehr-Hitliste. Und zwar aus folgenden Gründen: Es passt zu mir, es passt zu einer maximalen Menge meiner Unterteile und es passt (ungeplant) zudem noch zum Buchstaben S den Fee von fairy likes im August für die 12 Letters of Handmade Fashion gezogen hat.

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An dieser Stelle könnte ich übergehen zu Lobeshymnen zum Thema Wie die Capsule Wardrobe mir half die perfekte Garderobe zu bauen. Tu ich nicht, weil kann ich nicht. Wenigstens nicht uneingeschränkt. Denn a) irritiert mich die semi-religiöse Hingabe zur Erschaffung eines kuratierten Kleiderschranks doch etwas (Kunstausstellungen brauchen Kuratoren, Kleiderschränke brauchen bestenfalls Mottenkugeln). Und b) glaube ich aus Prinzip nicht an das Prinzip perfekt, egal bei was.

ABER, so schöne Anleitungen wie bei Colette Patterns (Wardrobe Architect), das sagenhaft erfreuliche Projekt #myspringessentials von Lena, Sindy und Elke, die Ideen von Into Mind, das Project 333 (und viele mehr), sind insofern nützlich, als dass sie einen anleiten, so verrückte Dinge rauszukriegen wie: Ich trage seit ich 13 bin mit Vorliebe den gleichen Schnitt bei Oberteilen, Salbeigrün mag eine unmögliche Farbe sein, aber sie passt zu erschreckend vielen neutralen Farben, sowie: Auch wenn ich mir definitiv nicht erhoffe den perfekten Kleiderschrank zu erschaffen, meine Nähprojekte werde ich dennoch diesen Herbst als Capsule organisieren.

Bei der Gelegenheit wird es dann mit dem nächsten Post gleich eine Auflistung der interessantesten Ansätze zum Thema Capsule geben.

Und damit geht es ziemlich nachdenklich blickend in meinem salbeigrünen Shirt Santa Fe ab zu 12 Letters of Handmade Fashion im August, Ich näh bio und RUMS.

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Wo ist dieser Stoff produziert?
Vermutlich in der Türkei von/für Lebenskleidung (Vielen lieben Dank an Nicole von Das blaue Tuch für die super-kurzfristig gelieferten Infos!)

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Single-Jersey aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle

Was gibt es zum Design zu sagen?
Ein gar wundertolles Grün, aber ich hab’s gegoogelt, Salbei ist gar nicht so grün?!

Schnitt: Santa Fe

Zustand post nähen: Glücklich, der Schnitt gefällt sogar noch besser als erwartet (selbst wenn ich den Ausschnitt ungeplant gerafft habe).