Datura, Dreiecke und Desaster

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Schrägbänder und ich – a match made in hell! Oder irgendwo anders, wo man sich Dinge ausdenkt, die einfach ganz gruselig schief gehen müssen. Wahrscheinlich am selben Ort, an dem man sich den deutschen Sommer ausdenkt und/oder Geschmackskombis wie Kaktuskirschlimo (gab es wirklich mal – ganz wirklich!).

Jedenfalls weiß ich eigentlich schon lange von dieser globalen Verschwörung. Weder im Handarbeitsunterricht, noch während meiner Ausbildung, noch irgendwann später habe ich jemals ein Schrägband an eine Rundung komplett fehlerfrei angenäht – nienienie. Und eigentlich hatte ich deshalb vor langer Zeit beschlossen, Schrägbänder einfach ad acta zu legen. Man muss ja nicht alles können im Leben.

Aber dann kam Datura von Deer & Doe mit den schönsten Dreieck-Cutouts dieses Sommers. Und die 12 Letters of Handmade Fashion, für die Rapantinchen diesen Monat den Buchstaben D zog. Das konnte kein Zufall sein, das Schicksal winkte offensichtlich mit dem Zaunpfahl in Richtung Schrägbänderneubeginn.

Tja, aber man könnte sagen: Schicksalswinken vs. Weltverschwörung – 0:1. In anderen Worten: Es hat natürlich wieder mal nicht geklappt. Dabei habe ich alles versucht – akribscher Zuschnitt, konzentriertes Bügeln, mehrmaliges Heften. Nichts hat geholfen, auch diese Schrägbandepisode läuft nun unter dem Motto: Außen ok, innen PFUI. Gibt es eigentlich Nähkurse nur für Schrägbandvariationen? So eine Art Band-Bootcamp sozusagen?

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Aber genug von davon: Datura ist von meiner Schrägbandlegasthenie mal abgesehen ein toller Schnitt. Erstens, weil ich mir seit langem mal wieder einen Papierschnitt gegönnt habe (sonst bin ich ambitionierte PDF-Kleberin). Wahnsinn, wie viel wertiger einem direkt alles erscheint! Und wie wundertoll ist eigentlich so ein Booklet mit Erklärungen (auf Englisch und Französisch), welches man sich neben die Nähmaschine legen kann. Kein Gescrolle am Laptop in der PDF-Anleitung – wie famos angenehm!

Zweitens, weil die Anleitungen darüber hinaus auch noch sehr detailliert und verständlich sind. Ich hab mich dran gehalten und abgesehen von den Schrägbändern hat alles geklappt (wirklich, selbst wenn es auf den Fotos teils aussieht als hätte ich an absurden Stellen Mehrweite eingehalten). Lediglich an den Abnähern vorne habe ich etwas Weite wegnehmen müssen (was eher an meiner Hühnerbrust als an Deer-&-Does-Größensystem liegt) und die Knopfleiste hinten habe ich mir gespart (denn der tiefere Sinn hat sich mir nicht erschlossen).

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Der Stoff ist – hm, mir fehlen die Adjektive – er ist einfach ein Traum. Ich hab das Gefühl eine griffige Seifenblase zu tragen. Weich, fluffig, mit etwas Stand, ohne exzessives Gefransel – ohja, so macht man mich glücklich. Und dank der lieben, lieben Silvia von der Eulenmeisterei kann ich auch sagen, woher er stammt:

Wo ist dieser Stoff produziert?
Von Spinnen bis Färben in der Türkei von/für C.Pauli.

Was ist es für ein Stoff? Welches Material wurde verwendet?
Voile aus 100 % Bio-Baumwolle und zwar GOTS von vorne bis hinten (Infos siehe hier).

Gibt es eine Geschichte zum Design?
Ne, aber es handelt sich mit Sicherheit um das schönste Blau der Welt!

Schnitt: Datura

Zustand post nähen:Geschafft, aber glücklich – und dank Bio-Baumwolle kann ich wohl behaupten auch nachhaltig genäht zu haben …

Achso, nun haben wir also Datura von Deer & Doe, Dreiecks-Cutouts und ein (Schrägband)-Desaster – damit mache ich doch glatt mit bei den 12 Letters of Handmade Fashion im Juli. Und weil der Voile so erfreulich nachhaltig ist, auch noch bei Ich näh bio.

 

 

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8 Gedanken zu “Datura, Dreiecke und Desaster

  1. rapantinchen schreibt:

    was für ein toller Blog und so tolle Texte. Ich habe jetzt tatsächlich ziemlich lange hier gelesen und komme nun zu nichts mehr 🙂 Danke 😉

    LG Anja

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  2. Miriam "Mecki macht" schreibt:

    Super sieht das aus – von innen schaue ich nicht nach, interessiert mich auch gar nich, weil aussen ja so besonders ist 😉 dein Jeanshosenrock ist übrigens auch ein Hammer… LG Miriam „Mecki macht“

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  3. naehzimmerplaudereien schreibt:

    Das ist so eine schöne Bluse – egal ob das jetzt innen mit den Schrägbaändern passt oder nicht! Und um diesen Stoff schleiche ich auch schon herum. Schön zu sehen, wie er fällt. Und das Schrägbanddilemma wird noch – versprochen.
    Liebe Grüße
    Ines

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    • Sophie schreibt:

      Danke 🙂 – ich versuch mich einfach weiter an den Schrägbändern …
      Den Stoff kann ich übrigens nur empfehlen, er ist die perfekte sommerliche Mischung zwischen leicht und doch griffig!

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