#jackensewalong, Teil 1

Mein erstes Sew Along und ich bin knapp dran – na das kann ja was werden. Allerdings habe ich eindeutig glaubwürdigste Gründe für die Verspätung: Mein Jackenstoff war frecherweise einfach innerhalb 36h ausverkauft. Das war dann doch etwas unerwartet.

Aber von Anfang:

Alles beginnt mit einem sich verabschiedenden Winter in Ulm. Wer Ulm nicht kennt (so wie ich bis vor 9 Monaten), der sollte wissen, dass der Winter dort kalt ist und VERDAMMT schneereich – wenigstens gemessen an meinen Ansprüchen an Winter (regnerisch mit Graupel, nix unter 0 Grad, weil Glatteis einfach nervt). In anderen Worten: Wenn der Winter sich aus Ulm verabschiedet, dann kann man froh sein (außer man hat andere winterliche Ansprüche). War ich auch. Und musste dann feststellen: Ich besitze rein gar keine Jacke für den Übergang. Dann war ich schon weniger froh.

Um das zu ändern, schenkte ich mir zum Bachelorabschluss eine Übergangsjacke. Obwohl ich das Konzept schon ein bisschen antiquiert finde, Übergangsjacke riecht irgendwie nach 60er-Jahre-Dauerwelle. Praktisch und ein bisschen tantig. Ich weiß wirklich nicht warum. Dennoch, in diesem Frühjahr lernte ich die Vorzüge einer Jacke für den Übergang zu schätzen. Was ich jedoch vernachlässigt hatte, war der praktische Gedanke dabei: Meine gekaufte Jacke war zwar wunderschön, aber leider: kragenlos, verschlusslos und offensichtlich schwarzweißgrau gemustert. Deshalb nahm ich mir vor irgendwann eine be-kragte, einfarbige Reißverschlussjacke zu fertigen, mit geringfügig mehr Wärmerückhaltevermögen als das Kaufmodell. Dieser sehr konkrete Vorsatz wurde dann aber natürlich spontan vergessen.

jackensewalongteil1

#jackensewalong, via ellepuls.com

Zum Glück gibt es hilfreiche Nähblogger-Helden wie Elke, die Herbst Sew Alongs ausrufen für (Übergangs-)Jacken und dergleichen. Da war die Idee gleich wieder präsent. Und das Näh-Karma war gut: Schnitt und Stoff präsentierten sich am gleichen Tag, an dem ich vom Sew Along hörte. Na, das sah ich aber als direkte Aufforderung an.

jacke-rocha

Jacke Rocha, via LMV Magazin Sept/Okt 2016

Der Schnitt ergab sich aus einem Langeweilekauf in der Bahnhofsbuchhandlung: Jacke Rocha aus der aktuellen Ausgabe von La Maison Victor . Mit gutem Willen erfüllt er 2,8 von 3 Punkten auf meiner Vorstellungskala der perfekten Übergangsjacke für den Herbst: Aus leicht-wärmenden Stoff zu nähen, komplett verschließbar, sowie zwar kein richtiger, aber ein sehr schöner Kragen. Und Eingriffstaschen! (Sehr wichtig für Taschentücher für das rotzende Doppel-Es).

jacke-rocha-ii

Jacke Rocha, via LMV Magazin Sept/Okt 2016

Der Stoff wiederum ergab sich aus diesem Post von Manu. Bio-Stepp in navy. Klassisch kombinierbar und eine Farbe aus meiner wachsenden Capsule, nur geringfügig tantig und dann noch GOTS – oh yeah, you know how to rock my boat. Den Gedanken hatte ich aber scheinbar nicht allein, denn der Steppstoff war tatsächlich nach 36h ausverkauft. Ich habe sogar Lillestoff kontaktiert, aber es war wirklich nix zu machen. Mist.

Dann habe ich eine Weile gegrübelt. Und viele Onlineshops durchstöbert. Um dann letztlich den gleichen Steppsweat, nur in der Farbe Karamell zu bestellen. Und siehe da: Er fügt sich (fast) ebenso gut ein in die Capsule.

lillestoff_wattiert-karamell

Steppsweat karamell, via lillestoff.com

Einziges Manko: Ich hatte irgendwie etwas mehr Stoff erwartet. 331g pro qm klang mir nach STEPPsweat, es handelt sich aber eher um SteppSWEAT – wenn ihr versteht was ich meine … Deshalb kam mir die selbstmörderische Idee diesen Bio-Flanell als Futter zu verwenden. Könnt ihr mich schon fluchen hören, ob all der Pullis, die ich nur unter hohem Kraftaufwand mitsamt meiner Person in die Jackenärmel zwängen kann? Ich hatte bereits eine Herbstjacke mit Flanellfutter und ahne deshalb Böses. Allerdings war die besagte Jacke damals auch unbeschreiblich bequem.

cloud-9_bio-flanell

Bio-Flanell, via dawanda.de (Das blaue Tuch)

So oder so, damit sehe ich mich gerüstet beim Sew-Along erfolgreich teilzunehmen.

Habt eine wunderbare Restwoche, Sophie.

PS: Und ja, ich bin eindeutig ein Warmblüter, diese Jacke reicht mir mit Schal bis 5 Grad ohne nennenswertes Frieren – wenn medizinisches Fachpersonal mitliest, ich freue mich über Vorschläge, warum mir quasi niemals kalt ist?!

Advertisements

10 Gedanken zu “#jackensewalong, Teil 1

  1. Stephie schreibt:

    So ein toller Schnitt! Ich mache auch mit und nähe mir auch eine Übergangs-Jacke, lustigerweise habe ich mich für den gleichen Stoff und Ton entschieden! Doch ich warte noch auf die Lieferung, zittere schon ein wenig, dass die Meldung kommt, dass er doch vergriffen ist… Hoffen wir mal das Beste! Ich bin mal gespannt, denn mein Schnitt ist ohne Futter, mal sehen, aber hier in Stuttgart wird es auch nicht ganz so kalt wie in Ulm😉 Jedenfalls ist das Muster des Flanell toll, harmoniert super mit dem Steppsweat! Bin sehr gespannt!
    Liebe Grüße
    Stephie

    P.S.: Du hast mich dann zum Spontankauf der Zeitschrift inspiriert, vielleicht schwenke ich doch auch noch auf diesen Schnitt um, sollte er für mich machbar erscheinen…

    Gefällt mir

    • Sophie schreibt:

      Ja, der Stoff ist echt supergut (besser als erwartet, von meiner Seite) – da wünsch ich dir mal richtig viel Glück, dass dein Steppsweat noch rechtzeitig ankommt…
      Und auch voll gut, dass dir der Schnitt gefällt! Ehrlich gesagt habe ich schon einige LMV daheim und nie was daraus genäht, wenn du jetzt auch was daraus nähst, dann legitimiert das vielleicht ein bisschen meine Zeitschriftensammelwut 😉 …

      Dann bin ich mal sagenhaft gespannt auf deine Version – fühle dich quasi für dieses Sew Along gestalkt von mir :)!

      Gefällt mir

  2. kreativprojekte schreibt:

    Das klingt alles sehr aufregend! Ich bin auf dein Ergebnis gespannt und hoffe sehr für dich, dass der nächste Winter nicht so furchtbar kalt wird und schnell wieder vergeht.

    Kalt ist gar nicht so schlimm, eher dieses doofe Glatteis und Hagel und so. Und gegen die Kälte nähen wir uns ja jetzt etwas Schönes! 🙂

    Viel Erfolg noch beim Sew Along und liebe Grüße,
    Stephanie

    Gefällt mir

  3. Christine schreibt:

    Auf die Jacke bin ich sehr gespannt. Ich hatte diese Ausgabe der LMV vor ein paar Tagen in der Hand, sah aber nichts, was mir gefiel und legte sie wieder ins Regal. Heute auf dem Heimweg habe ich dann im Kiosk noch einmal reingeschaut und prompt die Jacke entdeckt, die mir zuvor irgendwie durchgegangen war. Und dann habe ich das Heft doch gekauft. Sehr nett also, dass Du den Schnitt jetzt schon mal für mich testest 😉
    Schöne Grüße
    Christine

    Gefällt mir

    • Sophie schreibt:

      Guten Morgen und uh, dann muss ich gleich mal sehen, was du geplant hast! Und nein, inzwischen wohnen wir wieder in Karlsruhe. In Ulm waren ich nur einige Monate, ärgerlicherweise, weil das Tochterkind dort im Krankenhaus lag – die Stadt wäre nämlich zum Wohnen wunderschön!

      Gefällt mir

      • naehzimmerplaudereien schreibt:

        Ulm ist schon schön, aber auch kalt (meine Mutter sagt immer „einen Kittel kälter“). Aber zum Glück geht es Deinem kleine Es ja inzwischen gut! Wir wohnen gern hier, wenn auch nicht direkt in der Stadt.
        LG Ines

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s