#jackensewalong, Teil 2

Fragen über Fragen, die sich einem stellen mitten in so einem Sew Along. Bspw.: Wo sind eigentlich diese verdammten Markierungen, von denen die Anleitung in La Maison Victor ständig spricht?

Oder aber: Muss der Schnitt verändert werden? Gibt es Hürden? Wie sehen die ersten Nähte aus? – Genau das wären die Fragen, die Elke für Teil 2 des Jacken Sew Alongs stellt.

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Zur Beantwortung der ersten Frage habe ich mich durchgerungen eine Probestück zusammenzuschustern. Und zwar aus einem absolut nicht-fransenden 70er-Jahre-Vorhang. Seit dieser Woche finden sich deshalb überall rost-orange Fransen. Und wenn ich überall sage, dann meine ich das so: Am Boden, auf der Couch, im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses, in dem ich schneidere, sowie in den Windeln von Es No. 1.

Ich konnte bis jetzt nicht beantworten, wie die Fransen ihren Weg in die Pampers fanden  (arbeite jedoch emsig an der Ursachenklärung). Aber ich weiß jetzt: Der Schnitt passt mir, wider Erwarten.

Eigentlich hatte ich nämlich mit einer Menge Mehrweit im Brustbereich gerechnet, aufgrund der Taillierung durch eine Wiener Naht. Nur ist die Jacke gar nicht nennenswert tailliert. Gibt es Wiener Nähte, die nur so tun als ob?

Sämtliche Längen passen auch, einzig den Schulterpunkt werde ich ein wenig versetzen.

Dafür gibt es umso mehr Hürden.

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Aber genießt an dieser Stelle bitte erstmal diese wunderbare Aussicht auf ein ungebügeltes, traurig am Bügel hängendes, obskur faltenwerfendes Wunderwerk aus wattiertem Sweat.

Genug genossen?

Dann sind euch sicherlich die ganz und gar erquicklichen Leistentaschen aufgefallen. Aka Hürde 2:

Ich hatte schon im Vorfeld Bauchweh. Ich kann nämlich jegliche Tasche (Leiste, Paspel, Klappe) nur in Wollwebware. Mir war klar, dass die Stoffwahl in diesem Fall eher ungeschickt war und so ziemlich das Gegenteil von einem Wollgabardine voll Gnade und Verständnis für mein Unvermögen. Sei’s drum, ich habs dennoch probiert. Und bin natürlich in Teilen gescheitert. Das fing schon damit an, dass die Markierungen, die sich angeblich auf dem Schnittmuster befinden sollten, als unauffindbar erwiesen. Demzufolge musste ich ein bisschen improvisieren beim Einsetzen der Taschen. Das Ergebnis war eine klaffende Lücke zwischen Leistenkante und Teilungsnaht. Nach unzähligen Malen Auftrennenneusteckenwiedernähen waren beide dann endlich bereit sich ein wenig anzunähern, aber vorzeigbar ist die Sache nach wie vor nicht. (Wobei das Bild die ganze Affäre noch schlimmer präsentiert, als sie in Wirklichkeit ist – ich hab extra nochmal an der Jacke geguckt, wenigstens krumm sind die Leisten nicht …).

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Hürde 1 ergab sich schon im Rahmen des Zuschnitts. Ziel wäre gewesen die Steppung über sämtliche Teilungsnähte fortlaufen zu lassen. Ehrgeizig begann ich dieses Ziel zu verfolgen beim Zuschnitt, um nach wenigen Schnitteilen festzustellen: Der Stoff wird nicht reichen für so viel Ehrgeiz. Ein schneller Ausflug zur lillestoff-Site bestätigte dann: Auch deren Vorräte werden nicht reichen für meine Ziele. Deshalb treffen auf meiner Jacke nun verschiedenste Stepplinien aufeinander, an den lustigsten Stellen. Quasi Multikulti auf der Herbstjacke. Ich denke, dafür fühle ich mich (mit Zähneknirschen) tolerant genug.

Sowie für meinen sehr kreativen Krageneinsatz (Hürde 3).

Hm, ich sehe da noch eine Menge Verbesserungsbedarf. Mal sehen, was sich noch retten lässt bis zu Teil 3 des #jackensewalongs. Bis dahin verlinke ich mich zum Teil 2 und schicke euch allen liebe Grüße.

 

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2 Gedanken zu “#jackensewalong, Teil 2

  1. naehzimmerplaudereien schreibt:

    Liebe Sophie,
    oh mei!
    Als ich nach Deiner Überschrift nach unten scrollte und die Vorhangjacke entdeckte, dachte ich zuerst: mutig, aus diesem Stoff diese Jacke zu schneidern. Zum Glück war es nur die Probejacke…
    Ich scheue Taschen in Sweat etc. auch, die werden nie so, wie ich sie haben will. Ein Lob auf Webware, da wird das gerade und ordentlich. Irgendwie ist Strickstoff immer verdreht und so wirklich „fadengerade“ (also eher maschengerade) bekomme ich das selten hin. Auf dem Bild sieht es aber so schlecht nicht aus. Vielleicht zieht sich das ja noch ein bißchen hin.
    Und Zuschneiden, damit alles passt… Ich kenne diesen Ehrgeiz auch, aber wenn dann noch der Stoff nicht reichen will. Aber multikulti hat ja auch was!
    Jetzt hoffe ich, dass Du mit Deiner Jacke weiterkommst ohne dass sich noch mehr Hürden auftun. Auf jeden Fall viel Freude beim Weiternähen!
    Liebste Grüße
    Ines

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    • Sophie schreibt:

      Oh man, da bin ich aber beruhigt, dass ich nicht die einzige bin, die sich so abmüht mit Taschen in Strickware! Ich ignoriere es jetzt einfach und finde die Jacke trotzdem gemütlich 😉 …

      Liebsten Gruß zurück, Sophie

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